Ratgeber Recht

Elektronische Unterschrift: wann sie reicht, und wann nicht

In Deutschland schreibt das Gesetz für die meisten Verträge keine Form vor. Dort reicht eine einfache elektronische Signatur, wie Feder sie erstellt. Verlangt das Gesetz die Schriftform, braucht es eine qualifizierte elektronische Signatur (QES), und einige Erklärungen gehen nur auf Papier. Diese Seite ist eine kurze Orientierung und keine Rechtsberatung.

  1. 1Einfach (EES)Reicht für formfreie Verträge. Das macht Feder.
  2. 2Fortgeschritten (FES)Mit geprüfter Identität des Unterzeichners.
  3. 3Qualifiziert (QES)Ersetzt die Schriftform, nur über Vertrauensdienste.

Die drei Stufen nach eIDAS

StufeWas steckt dahinter?Typisch für
Einfach (EES)Gezeichnete oder eingefügte Unterschrift in einem elektronischen DokumentAufträge, Angebote, Vollmachten, Einwilligungen, Protokolle
Fortgeschritten (FES)Eindeutig dem Unterzeichner zugeordnet, mit geprüfter Identität, Änderungen erkennbarVerträge mit höherem Beweisbedarf
Qualifiziert (QES)Wie FES, zusätzlich mit qualifiziertem Zertifikat eines beaufsichtigten VertrauensdienstesAlles, wofür das Gesetz die Schriftform verlangt

Eine elektronische Signatur darf vor Gericht nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil sie elektronisch ist (Art. 25 eIDAS). Die QES ist der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt (§ 126a BGB).

Hier reicht die einfache Unterschrift meist

  • Aufträge, Angebote, Kauf- und Dienstverträge ohne Formvorschrift
  • Maklerauftrag, Versicherungsantrag, Beratungsprotokoll
  • Einwilligungen, etwa zum Datenschutz, und Vollmachten ohne Formvorschrift
  • Übergabe- und Abnahmeprotokolle
  • Gewerbemietverträge: seit 2025 genügt die Textform (§ 578 BGB)

Hier braucht es mehr

  • Nur mit QES: Verbraucherdarlehen (§ 492 BGB), befristeter Arbeitsvertrag (§ 14 Abs. 4 TzBfG), Wohnungsmietvertrag über mehr als ein Jahr (§ 550 BGB, sonst gilt er als unbefristet)
  • Nur auf Papier: Kündigung oder Aufhebung eines Arbeitsvertrags (§ 623 BGB), Bürgschaft von Privatleuten (§ 766 BGB), Testament

Eine QES bietet Feder nicht. Sie kostet bei jedem Anbieter Geld pro Unterschrift, weil die Identität geprüft werden muss.

Was die Beweiskraft einer einfachen Unterschrift erhöht

Wichtig ist, später zeigen zu können, wer wann was unterschrieben hat. Feders Prüfseite hält Datum und Uhrzeit auf die Sekunde fest, die Reihenfolge der Unterzeichner, an welchen Stellen unterschrieben wurde und den SHA-256-Fingerabdruck des Originals. Gib beiden Seiten eine Kopie des fertigen PDFs.

Häufige Fragen

Ist eine eingescannte oder eingefügte Unterschrift rechtsgültig?

Sie ist eine einfache elektronische Signatur. Für formfreie Verträge reicht sie, für Schriftform-Fälle nicht.

Was ist eine QES?

Die qualifizierte elektronische Signatur. Sie braucht eine Identitätsprüfung und ein Zertifikat eines beaufsichtigten Vertrauensdienstes und ersetzt die handschriftliche Unterschrift, wo das Gesetz die Schriftform verlangt.

Akzeptieren Banken und Behörden eine einfache Unterschrift?

Das entscheidet die jeweilige Stelle. Bei Formularen, die eine Schriftform verlangen, nicht. Frag im Zweifel vorher nach.

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